Hilfe & Service
FAQ & Expert:innenrat
Hier findest du nicht nur fundierte Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um das Thema Lungenkrebs. Mit unserem Expert:innenrat hast du außerdem die Möglichkeit, deine ganz individuellen Themen von der Oberärztin Dr. Sianidou kommentieren zu lassen. Wir möchten damit gewährleisten, dass du rundum mit allen Informationen versorgt bist, die du brauchst.
Alles, was du wissen willst
Unser Expert:innenrat
Die Erkrankung Lungenkrebs ist so individuell und vielfältig wie die Erkrankten selbst und betrifft jede:n davon unterschiedlich. Genauso individuell sind auch die Fragen, die sich dir als Patient:in in Bezug auf deinen Lungenkrebs stellen. Wir bieten dir hier die Möglichkeit, dich mit deinen persönlichen Fragen direkt an eine kompetente Fachperson mit jahrelanger beruflicher Erfahrung zu wenden. Dabei werden alle Angaben, die dich identifizieren könnten, anonymisiert.*
Bitte beachte, dass die Antworten unserer Expertin nur zur persönlichen Information bestimmt sind. Sie verfolgen weder den Zweck der Erteilung medizinischer Ratschläge im Sinne einer ärztlichen Tätigkeit und ersetzen auch keine medizinische Diagnose, Beratung und/oder Behandlungen durch einen Arzt/eine Ärztin.

Die Inhalte dürfen daher auch nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose, Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Erkrankungen verwendet werden. Bitte wende dich bei individuellen Fragen zu medizinischen Diagnosen, Beratung und Behandlungen immer auch an dein Behandlungsteam!
Ablauf
Unserer Expertin eine Frage zu stellen, ist ganz einfach und komplett kostenlos.
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Unsere Expertin
Dr. med. Maria Sianidou
Dr. Sianidou ist Oberärztin der Thoraxonkologie im Universitätsklinikum Heidelberg. Ihre Schwerpunkte sind u. a. Innere Medizin, Pneumologie und Palliativmedizin, wobei ihr besonderes Interessengebiet dem nicht-kleinzelligen- und kleinzelligen-Bronchialkarzinom gilt.

Jede Menge Antworten
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
So individuell die Erkrankung Lungenkrebs auch ist – die Praxis hat gezeigt, dass sich einige Fragen immer wiederholen. Aus diesem Grund bietet es sich an, jene Themen durch allgemein gültige Antworten und Erklärungen abzudecken. Ganz persönliche Fragen kannst du unserer Expertin stellen.
Lungenkrebs (allgemein)
Als Lungenkrebs wird ein bösartiger Tumor in der Lunge bezeichnet. Bei dieser Art Tumor vermehren sich Körperzellen unkontrolliert und können gesundes Gewebe schädigen. Die Tumorzellen können sich in fortgeschrittenen Stadien im Körper ausbreiten. Mehr zur Entstehung von Lungenkrebs erfährst du hier.
Je nachdem, aus welchem Zelltyp des Lungengewebes der Tumor hervorgeht, werden zwei Grundformen von Lungenkrebs unterschieden: kleinzelliger Lungenkrebs (SCLC) und nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC). Ca. 80 % aller Lungentumore sind NSCLC, während ca. 20 % SCLC sind. Ärzt:innen können mit Labormethoden noch weitere Unterteilungen vornehmen.
Generell gibt es vier Stadien des Lungenkrebses. In Tumorstadium I ist der Tumor nicht größer als 4 cm, aber ohne Lymphknotenbefall, also auf die Lunge begrenzt. In Tumorstadium II und III ist der Tumor bereits größer und es können Lymphknotenmetastasen im Brustkorb auftreten. In Tumorstadium 4 existieren Fernmetastasen, etwa im Hirn oder der Leber. Ärzt:innen schlüsseln die Tumorstadien noch genauer nach Größe, Lymphknotenbefall und Fernmetastasen auf. Weitere Informationen dazu haben wir dir hier aufgeführt.
Symptome treten beim Lungenkrebs meist vergleichsweise spät auf. Zu den typischen Symptomen gehören hartnäckiger, anhaltender Husten, Gewichtsverlust, Fieber, Nachtschweiß, Luftnot und Schmerzen in der Brust oder den Knochen. Weil viele dieser Symptome unspezifisch sind, ist es wichtig, diese Warnzeichen zu kennen und bei anhaltenden Beschwerden zum Arzt/zur Ärztin zu gehen.
Gegen Symptome, die durch die Erkrankung oder die Therapie entstehen, kann eine Vielzahl an Medikamenten und Übungen Abhilfe schaffen. Ein Rauchstopp und Atemübungen können helfen, mit Atemnot umzugehen. Einige weitere Vorschläge findest du auf diesen Seiten: Alltag mit Lungenkrebs und Lebenserwartung.
Lebenserwartungen
Lungenkrebs kann heilbar sein, die Heilungschancen hängen jedoch von der Form und dem Stadium des Lungenkrebses bei Behandlungsbeginn ab. In der Regel ist die Heilungschance bei NSCLC im Vergleich zu SCLC höher. Generell wird die Heilungschance besser, je früher der Krebs entdeckt wird. Trotz allem ist ein Wiederauftreten (Rezidiv) des Krebses auch nach erfolgreicher Therapie möglich.
Eine allgemeine Aussage kann hier nicht getroffen werden, da sie stark von der Lungenkrebsform, dem Zeitpunkt der Diagnose und dem Gesundheitszustand der Patientin bzw. des Patienten abhängt. Grundsätzlich gilt: Häufig wird Lungenkrebs erst spät diagnostiziert, mit einer entsprechend kurzen Lebenserwartung. Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt bei Männern 19 % und bei Frauen nach dem neuesten RKI-Bericht 25 %, d. h. so viele aller Patient:innen sind 5 Jahre nach ihrer Diagnose noch am Leben.
Lungenkrebsbehandlung
Die Behandlung von Lungenkrebs ist sehr individuell. Abhängig vom Lungenkrebsstadium ist eine Operation zur Entfernung des Tumors möglich. Als weitere Therapieformen kommen eine Strahlen- und/oder Chemotherapie in Frage. Für manche Tumore eignen sich auch zielgerichtete oder Immuntherapien, die explizit die Krebszellen attackieren sollen. Nähere Informationen zu den Therapieformen findest du hier.
Die individuell aussichtsreichste Behandlung von Lungenkrebs wird von Ärzt:innen verschiedener Fachrichtungen, einem sogenannten Tumorboard, diskutiert und geplant. Das Tumorboard bündelt Wissen und Arbeitserfahrung, um die bestmögliche Therapie für dich einzuleiten. Dazu gehören Onkolog:innen und Pneumolog:innen sowie häufig Radiolog:innen, Patholog:innen und Chirurg:innen. Als Patient:in wirst du auch eine direkte Ansprechperson haben, häufig eine Onkologin bzw. Onkologen.
Die Therapien finden in der Regel in einer Arztpraxis oder ambulant im Krankenhaus statt, bestimmte Therapien können sogar bei dir zu Hause durchgeführt werden. Ein Krankenhausaufenthalt über Nacht oder sogar länger ist beim Lungenkrebs nicht zwingend nötig, kann aber vorübergehend, z. B. zur Durchführung einer operativen Entfernung, erforderlich sein.
Ja, Lungenkrebs (NSCLC sowie SCLC) kann operierbar sein, wenn er frühzeitig diagnostiziert wurde und es noch keine Metastasen gibt. SCLC lässt sich tendenziell seltener operieren, da er schneller wächst und früher Metastasen bildet. Einen tieferen Einblick in dieses Thema erhältst du hier.
Bei einer Chemotherapie werden Medikamente, sogenannte Zytostatika, gegeben, die das Wachstum schnellwachsender Zellen wie Krebszellen stoppen sollen. Chemotherapien wirken im ganzen Körper und können so auch Metastasen attackieren, die noch nicht entdeckt wurden. Mehr zu diesem Thema findest du hier.
Eine Chemotherapie attackiert alle schnellwachsenden Zellen in deinem Körper, unabhängig davon, ob es sich dabei tatsächlich um Krebszellen handelt. Häufige Nebenwirkungen sind deshalb Haarausfall, Entzündungen der Mundschleimhaut und Übelkeit. Dein:e Ärzt:in wird dir eine Begleitmedikation verschreiben, um die Nebenwirkungen zu lindern. Was du selbst tun kannst, erfährst du hier.
Bei der Bestrahlung (häufig auch Radio- oder Strahlentherapie genannt) wird sehr energiereiche Strahlung zielgenau auf den Tumor gerichtet, so dass Krebszellen zerstört werden. Genaueres findest du hier.
Bei der Bestrahlung können auch benachbarte Organe wie die Speiseröhre oder Haut mitbestrahlt werden. Als Folge kann es zu Schluckbeschwerden und Heiserkeit kommen sowie zu Hautreizungen vergleichbar mit leichtem Sonnenbrand.
Biomarker sind Merkmale von Krebszellen, die sie von gesunden Körperzellen unterscheiden. Häufig handelt es sich dabei um Eiweiße oder Botenstoffe, die auf der Oberfläche von Krebszellen zu finden sind. Biomarker können in Tumorgewebe aber auch in Körperflüssigkeiten, bspw. Blut, nachgewiesen werden. Für einen Überblick über die häufigsten Biomarker beim Lungenkrebs klicke hier.
Zielgerichtete Therapien sollen den Krebs direkt angreifen, möglichst ohne gesundes Gewebe zu schädigen. Sie eignen sich für Patient:innen mit Tumoren, die bestimmte Biomarker tragen. Weitere Informationen zur zielgerichteten Therapie findest du hier.
Oft tragen gesunde Körperzellen Strukturen auf ihrer Oberfläche, die denen der Krebszellen zumindest ähnlich sind. Aus diesem Grund können zielgerichtete Therapien auch gesunde Zellen schädigen. Die Nebenwirkungen sind abhängig von dem eingesetzten Medikament, betreffen aber häufig Haut, Darm und Knochenmark. Häufig werden sie von schwerer Erschöpfung begleitet.
Eine Immuntherapie zerstört die Tumorzellen nicht direkt, sondern unterstützt das körpereigene Immunsystem, Tumorzellen besser zu erkennen, sie anzugreifen und im Idealfall zu beseitigen. Auch hier spielen Biomarker eine Rolle in der Therapieentscheidung. Mehr Informationen zur Immuntherapie findest du hier.
Generell sind Immuntherapien besser verträglich als beispielsweise klassische Chemotherapien. Das angeregte Immunsystem kann allerdings auch überreagieren und gesunde Zellen attackieren. So kann es zu Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Hautausschlag und Durchfall kommen.
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (Antibody-Drug-Conjugate ADC) setzen sich aus einem Antikörper und einem chemotherapeutischen Wirkstoff zusammen. Durch den Antikörper wird der Wirkstoff direkt zur Tumorzelle gebracht und entfaltet dort seine volle Wirkung. Damit verbinden ADC die Wirksamkeit von Chemotherapien und die Präzision zielgerichteter Therapien. Mehr Informationen dazu findest du hier.
Bei fortgeschrittenem Lungenkrebs reicht eine einzelne Therapieform häufig nicht aus, um die Tumoren vollständig zu beseitigen. Deswegen werden verschiedene Behandlungen in sogenannten Kombinationstherapien miteinander verbunden. Für einen Überblick über Kombinationstherapien klicke hier.
Palliative Therapien sollen die Beschwerden des Patienten/der Patientin lindern. Sie beinhalten begleitende Therapien während einer Tumorbehandlung, aber auch Therapien und Nachsorge nach einer abgeschlossenen Krebsbehandlung. Mehr dazu hier.
Umgang mit der Diagnose
Dein betreuender Arzt oder deine betreuende Ärztin wird dich durch die Therapie, Reha und Nachsorge führen. Für den Umgang mit der Diagnose Lungenkrebs und einem selbstbestimmten Leben stehen dir eine Reihe von Gesundheitsexpert:innen wie Psycholog:innen sowie Selbsthilfegruppen zur Verfügung. Außerdem gibt es zahlreiche Tipps für den Alltag, z. B. Ernährungsempfehlungen, Achtsamkeitsübungen und sportliche Betätigung. Einen Überblick darüber findest du hier.
Eine Lungenkrebsdiagnose kann auch für Angehörige schwierig sein. Eine offene und ehrliche Kommunikation und ein liebevoller Umgang mit der oder dem Erkrankten und sich selbst sind hier das A und O. Auch Selbsthilfegruppen und Psychotherapeut:innen können eine große Hilfe sein. Hier findest du wichtige Anlaufstellen und Informationsseiten zu diesem Thema.
Solltest du noch weitere Fragen haben, die in den FAQ nicht beantwortet wurden, zögere nicht, dich direkt an unseren Expert:innenrat zu wenden. Dort werden deine Fragen persönlich durch eine kundige Fachperson beantwortet.
Was dich noch interessieren könnte
Fragen aus der Community
Hier haben wir dir Antworten unserer Expert:innen auf konkrete Fragen anderer Patient:innen zusammengestellt. Auch wenn sie vielleicht nicht 1:1 auf deine persönliche Situation passen, findest du hier bestimmt hilfreiche Erklärungen z. B. zum Umgang anderer mit ihrer Erkrankung.
F: Sehr geehrtes Expert:innenteam, im November 2012 wurde bei mir Lungenkrebs festgestellt. Es war Stadium 1A und nach der Entfernung des linken Lungenunterlappens war, außer der Nachsorge, keine weitere Behandlung nötig. Seither bin ich krebsfrei. Nun soll ich wegen hohem Blutdruck einen ACE-Hemmer nehmen. Da ich Asthma habe, kann ich keinen Betablocker nehmen. Jetzt habe ich gelesen, dass ACE-Hemmer wohl das Risiko für Lungenkrebs erhöhen sollen. Ist das richtig? Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung meiner Frage. Freundliche Grüße
A: Ergebnis der Studie war, dass es Hinweise auf eine erhöhte Lungenkrebshäufigkeit, aber zurzeit noch keine eindeutigen Belege gibt. Die englische Beobachtungsstudie verglich bei einer großen Patientengruppe die Lungenkrebshäufigkeit unter verschiedenen Blutdruck- und Cholesterinsenkern. Dabei war das Lungenkrebsrisiko bei der Patientengruppe unter ACE-Hemmern leicht erhöht. Aus meiner Sicht sollte jetzt überlegt werden, in welchen Punkten sich die Patientengruppen unterschieden (z. B. Raucherstatus, Begleiterkrankungen). Eine generelle Warnung vor ACE-Hemmern gibt es zurzeit nicht und man muss bedenken, dass ein unbehandelter Bluthochdruck auch mit erheblichen Herz-Kreislauf-Risiken einhergehen kann. In jedem Einzelfall sollte daher unter Risikoabwägung entschieden werden, welche Erkrankung behandlungspflichtig ist und welche Medikamente eingesetzt werden.
F: Mein Schwiegervater, 74 Jahre, hat Lungenkrebs, Nierenkrebs, Knochenkrebs u. Gehirnkrebs. Er ist noch sehr fit. Die Ärzte in Marokko möchten, dass er Chemo macht u. sagen, dass seine Lebenserwartung noch 6 Monate ist mit Chemo. Ohne Chemo nur 3 Monate. Wie sieht es mit Naturmedizin aus? Was würden Sie bei einer solchen Lebenserwartung entscheiden?
A: Beim fortgeschrittenen Lungenkrebs hängt die Therapieentscheidung von der Gewebssorte ab (kleinzellig oder Adeno oder plattenepithelial), vom Vorhandensein eventueller Genmutationen (EGFR, ALK, ROS), die häufiger bei Frauen und Nichtrauchern auftreten, und davon, ob Marker für eine Immuntherapie (PD-L1) vorhanden sind. Finden sich weder Genmutationen noch PD-L1, würde eine Chemotherapie zu einer Überlebensverlängerung um Monate führen, in der Kombination mit einer Immuntherapie wäre die Wahrscheinlichkeit des Tumoransprechens und der Überlebensverlängerung größer. Individuelle Vorhersagen zum Überleben eines einzelnen Patienten sind aber nicht möglich und eine Therapieentscheidung kann nie per Internet, sondern nur im Gespräch zwischen Arzt und Patient erfolgen.
F: Liebe Experten, da mir keiner wirklich sagen kann, was genau „Deutlich apical betontes Lungenemphysem. Im apicalen Oberlappen links deutlich progrediente spikuläre Raumforderung von 3 x1,5cm“ bedeutet, wende ich mich hoffnungsvoll an Sie. Können Sie mir erklären, was genau das bedeutet? Viele Grüße
A: Im CT wird eine Lungenüberblähung (Emphysem) in den oberen Bereichen (apikal) des linken Lungenoberlappens beschrieben. Dies schränkt zwar die Lungenfunktion (Lungenleistung) ein, ist aber nichts Bösartiges. Eine unklare, im Verlauf an Größe zunehmende spikuläre (mit Ausziehungen) Raumforderung ist allerdings verdächtig auf etwas Bösartiges. Wenn eine Raumforderung in der Lunge an Größe zunimmt, sollte dies unbedingt abgeklärt werden, in der Regel durch eine Bronchoskopie. Eine Diagnose kann immer erst gestellt werden, wenn das Ergebnis einer Gewebsprobe vorliegt.
F: Hallo, ich habe gelesen, dass mittlerweile ein Atemtest entwickelt wurde, der Lungenkrebs bereits früh erkennen kann mit einer sehr hohen Treffsicherheit. Dieser Test soll sogar bereits klinisch getestet werden und in den nächsten zwei Jahren zum Einsatz kommen. Ist diese Information korrekt und wenn ja, wissen Sie, wie weit diese klinischen Tests sind und ob man wirklich bald mit so einem Atemtest rechnen kann?
A: Ja, man versucht tatsächlich, durch Atemtest verschiedene Erkrankungen zu diagnostizieren. Dies befindet sich allerdings noch in frühester klinischer Forschung. Als Methode zur Krebsfrüherkennung wird uns in den nächsten Jahren nur das Screening-CT zur Verfügung stehen.
F: Guten Abend, meine Oma hatte seit Monaten schreckliche Rückenschmerzen. Aufgrund eines MRTs vor 2,5 Wochen wurde eine Veränderung an der Wirbelsäule festgestellt. Daher wurde sofort für den 18.06. eine Gewebeentnahme angesetzt. Aufgrund schrecklicher Schmerzen kam sie dann schon am 16. ins Krankenhaus und ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich von da an Tag für Tag. Diesen Mittwoch dann die Diagnose: Primärtumor in der Lunge, Metastasen an der Wirbelsäule und multiple Metastasen in der Leber. Innerhalb von 2 Wochen ist sie zum kompletten Pflegefall geworden, bettlägerig, kann mittlerweile kaum sprechen, ist häufig verwirrt, starkes Zittern, starkes Schwitzen. Uns wurde gesagt, dass sie womöglich in ein Leberkoma fallen wird. Kann man sagen, wie schnell das passieren wird? Und wie lange dauert es vom Leberkoma bis sie ganz erlöst wird? Uns alle hat es wie ein Blitz getroffen, weil man nie etwas gemerkt hat und sie den Lungentumor schon seit Jahren gehabt haben muss. Und kann es passieren, dass sie durch den Lungentumor erstickt? Das stellen wir uns schrecklich vor. Wir alle hoffen nur noch, dass sie nicht lange leiden muss. Zudem ist schon meine Uroma an Lungenkrebs gestorben und war wie meine Oma Nichtraucher! Wie hoch ist da ein erbliches Risiko und gibt es irgendwelche Vorsorgeuntersuchungen für Risikopatienten? Um Ihren Rat wäre ich ihnen sehr dankbar
A: Leider ist der von Ihnen geschilderte furchtbare Verlauf keine Seltenheit bei dieser Erkrankung. Natürlich kann ich auf diesem Wege keine Überlebensprognose für Ihre Großmutter abgeben, zumal ich die Gewebeart des Tumors nicht kenne. Vorsichtig möchte ich schätzen, dass wir von Tagen bis Wochen reden, das ist aber aus besagtem Grund mit äußerster Vorsicht zu genießen. Es scheint mir am wichtigsten, eine gute Behandlung der Symptome vorzunehmen, insbesondere der Schmerzen. Wenn dies adäquat geschieht, ist es auch sehr unwahrscheinlich, dass Ihre Großmutter Erstickungsängste ertragen muss. Bis jetzt ist keine erbliche Form von Lungenkarzinomen beschrieben, so dass das Auftreten bei Urgroßmutter und Großmutter entweder zufällig erfolgt ist oder durch eine andere, gemeinsame Schadstoffquelle (Asbestverarbeitung, Passivrauch). Dementsprechend gibt es für Angehörige solcher Patienten keine speziellen Vorsorgeuntersuchungen. Nichtrauchen ist selbstverständlich dringend empfohlen.
F: Wie viele hier beschäftigt mich meine Sorge für mein Lungenkrebsrisiko und generelles Krebsrisiko bei folgendem Rauchverhalten, auch wenn ich weiß, dass Sie mir natürlich nicht konkrete Zahlen nennen können. Ich habe 2014 angefangen, gelegentlich zu rauchen, 4–6 Wochen lang 7–10 Zigaretten am Tag, danach nur noch 4–6 Zigaretten pro Monat, 1,5 Jahre, dann nicht mehr. Habe dann ein Jahr in einer chinesischen Großstadt gelebt mit einem AQI (Air Quality Index) zwischen 50–150. Dort habe ich ungefähr 2–4 Zigaretten im Monat geraucht. In den letzten 9 Monaten habe ich insgesamt 26 Zigaretten geraucht. Ich habe in meinem Leben also ca. 1200 Zigaretten geraucht. Wie ist Ihre Meinung dazu? Ich selbst bin jetzt 24 Jahre alt, treibe Sport und ernähre mich überwiegend vegetarisch. Über eine Bewertung Ihrerseits freue ich mich.
A: Ich kann keine Zahl nennen, denn das Risiko für den Einzelnen ist ja individuell. Es kommt zukünftig darauf an, Nichtraucher zu bleiben! Ist man 10 Jahre Nichtraucher, kann man davon ausgehen, dass sich das Lungenkrebsrisiko wieder dem des Nichtrauchers angenähert hat. Lungenkrebs ist übrigens eine Erkrankung des höheren Lebensalters, das durchschnittliche Alter bei Diagnose beträgt 66 Jahre.
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Deutsches Krebsinformationszentrum, Was ist Krebs?, Stand: Juni 2021, URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/krebs-tumor-metastasen-definition.php (zuletzt aufgerufen: April 2024)
Deutsches Krebsinformationszentrum, Lungenkrebs (Bronchialkarzinom), Stand: März 2023, URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/lungenkrebs/index.php (zuletzt aufgerufen: April 2024)
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Deutsche Krebshilfe, Die blauen Ratgeber: Lungenkrebs, Stand: 2022, URL:https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Blaue_Ratgeber/Lungenkrebs_BlaueRatgeber_DeutscheKrebshilfe.pdf (zuletzt aufgerufen April 2024)
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Deutsche Krebsgesellschaft, Behandlungsmethoden bei Lungenkrebs im Einzelnen, Stand: Juli 2018, URL:https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/definition/behandlungsmethoden-bei-lungenkrebs.html (zuletzt aufgerufen: April 2024)
Griesinger F et al. Onkopedia Leitlinien. Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC), Stand: November 2022. URL: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/lungenkarzinom-nicht-kleinzellig-nsclc/@@guideline/html/index.html (zuletzt aufgerufen: April 2024).
Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft, Krebsinformationsdienst, Zielgerichtete Krebstherapie: Das Tumorwachstum punktgenau hemmen, Stand: Mai 2019, URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/gezielte-krebstherapie.php (zuletzt aufgerufen: April 2024)
Selpers Gesundes Lernen, Immuntherapie, Stand: September 2020, URL: https://selpers.com/lektion/behandlung-von-lungenkrebs-immuntherapie/ (zuletzt aufgerufen: April 2024)
ADC Review Journal of Antibody Drug Conjugates, What are Antibody-drug Conjugates?, Stand März 2019, URL: https://www.adcreview.com/the-review/antibody-drug-conjugates/what-are-antibody-drug-conjugates/ (zuletzt aufgerufen: April 2024)
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